
Der Wehrtborn zu Wolferborn
Nach Siedlungsgeschichtlichern Forschungen ist Wolferborn sicherlich schon zu Zeiten der „Fränkischen Landnahme“, zwischen den Jahren 500 – 800 nach Christi gegründet worden. Spuren und Belege dieser Zeit wurden allerdings bisher nicht gefunden.
Um die Historie des Wehrtborns zu erläutern, kommt man nicht umhin, die erste urkundliche Niederschrift von Wolferborn zu erwähnen.
König Rudolf von Habsburg verleiht am 11. August 1276 in Worms dem Grafen Heinrich von Weilnau ein Gelnhäuser Burglehen, das mit verschiedenen Einkünften verbunden ist. In diesem Zusammenhang wird Wolferborn als „Wolfratzbrunnen“, erstmals urkundlich erwähnt. Die Urkunde wird heute im Hessischen Staatsarchiv in Marburg aufbewahrt.
Die urkundlich erwähnten Namen von Wolferborn
1276 Wolfratzbrunnen, 1353, Wolfradeburne, 1380 Wolfradeborn, 1398 Wolfriedeborn. Nach 1400 führt das Dorf seinen heutigen Namen. Allgemein wird die Namensgebung mit dem Vornamen Wolfrad zusammenhängend angesehen. Wolferborn war zu allen Zeiten mit guten, reichlich Wasser spendenden Quellen gesegnet. So mögen auch die Brunnen zur Namensgebung des Ortes beigetragen haben.
Ohne Zweifel ist der Wehrtborn das Wahrzeichen von Wolferborn. So wie Wasser ohnehin hier immer eine groĂźe Rolle spielt, beweisen der Seemenbach und die vielen Brunnen und Quellen die an vielen Stellen im Dorf und in der Gemarkung aus BasaltsteinklĂĽften zutage treten.
Der Wehrtborn spendet seit Menschengedenken, Sommer wie Winter ohne Schwankungen in Menge und Temperatur, sein Wasser aus vier Eisenröhren in die vor dem Brunnen angebrachten Sandsteintröge so wie wir es heute hier sehen.
Nachdem die Zeit an diesem schönen Brunnenhaus genagt hat, stellte man schon vor Jahren fest, dass der Wehrtborn unbedingt restauriert werden müsste. Die Fugen im unteren Bereich waren undicht geworden, am besten zu sehen war dies, wenn der Born im Winter vereiste. Die Erneuerung wurde aber immer wieder hinausgezögert, jedoch im Herbst 2004 war dann soweit.
Mitarbeiter der Schloßbauhütte haben in der zweiten Oktoberhälfte 2004 den Brunnen abgebaut und die Sandsteinquader zur weiteren Bearbeitung nach Büdingen in die Bauhütte transportiert. Nachdem die Vorarbeiten an den Sandsteinquadern soweit abgeschlossen sind und auch einzelne Teile neu gemacht werden mussten, wurde der Brunnen ab dem 11. April 2005 wieder aufgebaut. Unter anderem wurden die Sandsteintröge erneuert, da die alten Tröge über die Jahre doch sehr ausgewaschen waren. Die Kosten betrugen rund 23.000€ zuzüglich ca. 1.600€ für die Sandsteintröge.
Wo genau die Quelle ist, weiß niemand zu erzählen. Bei einem Fototermin am Brunnen am 20. April 2005 erzählte Hermann Appel, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum Brunnen wohnt Erinnerungen seines Vaters. Demnach soll die Brunnenstelle bevor das Brunnenhaus 1877 errichtet wurde 8 – 10 Meter weiter in Richtung Straße gewesen sein. An dieser Stelle soll der Schnee immer eher weg geschmolzen sein. Weiterhin ist bekannt, dass im Hofgut eine Quelle ist, und auch oberhalb auf den Wiesen, im Bereich der Gemarkungen Herrenwiese und Herrenacker genug Wasser zutage tritt.
Foto: Elisabeth Appel
Text: Kunigunde Brandner
Quellen: Festbuch 700 Jahre Wolferborn 1986, Festschrift 1959, G. Simon, Die Geschichte des reichständigen  Hauses Isenburg und BĂĽdingen  Band Drei, Seite 205 ff. und Befragungen von Wolferborner BĂĽrgern und eigene Nachforschungen und Erinnerungen.  Â