🏫 Die Schule zu Wolferborn

Die Gemeinde baute im Laufe der Zeit drei Schulen. Eine Schulstelle in Wolferborn wurde erstmals 1653 erwähnt.  Die „uralte Schule“ wurde vor etwa 300 Jahren als Fachwerkhaus auf Abbruch in Hitzkirchen gekauft. Sie war das Haus Nr. 31 im Oberdorf, schräg gegenüber dem Pfarrhaus. Die Bewohner werden noch heute „die Schulleut“ genannt.

Anfang des 19. Jahrhunderts muss das Haus baufällig gewesen sein. Es wurde 1811 als „altes Holz“ zu einem Spottpreis verkauft. Ein zweites Schulhaus entstand gegenüber dem Wehrtborn, obwohl Kriegszeit war. Somit hatte hier an dieser Stelle eine im Jahre 1810/11 erbaute Schule gestanden. Diese sollte nicht sehr lange im Dienste der Gemeinde stehen, denn am 4. Juni 1872  verkaufte die Gemeinde das Schulhaus an Herrn Johannes Reifschneider zu Streitberg für 715 Gulden.

Ihres Wasserreichtums bewusst, hat die Gemeinde Wolferborn im Dezember 1865 durch einen Vertrag ihr gesamtes, auf gemeindeeigenen Grundstücken fließendes Brunnen – und Quellenwasser, für 10.000 Gulden an Herrn Karl König auf dem Herrnhaag als Teilhaber der Firma Wollwarenfabrik Mörschel Winzenried u. Co verkauft. In dem Vertrag war die Gemeinde verpflichtet, das Wasser unveräußerlich in seinem bisherigen Verlauf im Seemenbach zu belassen. Es sollte dem Zwecke dienen, die maschinellen Einrichtungen in oben genannter Fabrik durch die Wasserkraft des Seemenbachs in Betrieb zu setzen. 

Für den Kaufpreis dieser Grundlast hat die Gemeinde dann im Jahre 1872 das heutige Schulgebäude erbaut. An dieser Stelle, zwischen Ober- und Unterdorf,  entstand 1872 das neue hohe Schulhaus mit ausreichend Klassenräumen und Lehrerwohnungen. Das ansehnliche Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und ist in Privatbesitz.

Zu bemerken ist, dass vom 01.06.1965 ab die Klassen 5 – 8 in der Mittelpunktschule Kefenrod unterrichtet wurden. Lehrer Erich Graf betreute weiterhin die Kinder der Klassen 1 – 4 in Wolferborn, bis auch die Grundschule zum 1.8.1969 nach Kefenrod verlegt wurde. Seitdem gibt es in Wolferborn keinen Schulunterricht mehr. 

Text: Kunigunde Brandner
Foto: Elisabeth Appel